Flextime in der Beratung: Flexibel durch jede Lebensphase
Shownotes
Teilzeit in der Beratung? In „TBH by BCG“ sprechen Katharina, Project Leader aus München, und Marc, Principal im Düsseldorfer Office über die dafür notwendigen Rahmenbedingungen: Beide arbeiten in Teilzeit und berichten ehrlich von ihrem Alltag, den Herausforderungen und Erfolgen: Wie lassen sich unterschiedliche Lebensphasen, Karriere und persönliche Freiräume vereinbaren? Was braucht es, damit flexible Arbeitsmodelle wirklich funktionieren? In dieser Folge gibt es Antworten.
Mehr Infos zur Karriere bei BCG gibt es hier.
Transkript anzeigen
00:00:06: Hi.
00:00:07: Hi, Katharina.
00:00:08: Schön, dass du da bist.
00:00:09: Wollen wir mal schauen, wen du heute triffst?
00:00:12: Sehr gerne, ich bin
00:00:12: gespannt.
00:00:17: Zwei Beraterinnen, ein Thema, ein Gespräch.
00:00:23: Kein Meeting-Raum, kein Studio.
00:00:25: Wir treffen uns im Auto.
00:00:28: Denn Consulting bedeutet,
00:00:30: in Bewegung zu bleiben.
00:00:31: Auf dem Weg zum nächsten Termin, aber auch
00:00:34: im Kopf.
00:00:35: Und mit wem unsere Beraterinnen heute sprechen, das wissen sie noch nicht, sie lernen sich erst auf der Fahrt kennen.
00:00:42: Die Gespräche sind spontan, persönlich und oft überraschend ehrlich.
00:00:47: Zwischen anschneiden und ankommen, geht es vor allem in eine Richtung, nach
00:00:51: vorne.
00:00:53: Du hörst
00:00:53: To Be Honest
00:00:54: bei BCG.
00:00:55: Hi.
00:00:59: Hi.
00:00:59: Hallo.
00:01:01: Hi, ich bin Marc.
00:01:01: Hi, ich bin Katharina.
00:01:03: Schön,
00:01:04: dich
00:01:07: zu sehen.
00:01:07: So, wie geht's?
00:01:07: Alles gut?
00:01:08: Ja, bist du aus München?
00:01:10: Mhm.
00:01:11: München-Office.
00:01:12: Und du?
00:01:12: Düsseldorfer-Office.
00:01:13: Ich war eigentlich im Bielefeld.
00:01:15: Wow,
00:01:16: okay.
00:01:16: Willkommen in München.
00:01:17: Ja, bitte.
00:01:19: Das sind Katharina und Marc.
00:01:21: Und wie ihr gehört habt, die beiden sehen sich heute zum ersten
00:01:24: Mal.
00:01:26: Katharina arbeitet seit fünf Jahren bei BCG.
00:01:29: Sie ist Projektleiterin in München und hat sich auf die Begleitung komplexer Transformationsprozesse spezialisiert.
00:01:36: Mark ist seit acht einhalb Jahren dabei und beschäftigt sich als Prinzipal im Finanzbereich, vor allem mit Retail-Banking.
00:01:44: Und beide arbeiten in Flex-Time.
00:01:46: Flex-Time?
00:01:48: Ja.
00:01:48: Flexibler Arbeitszeitmodelle gibt es auch im Consulting.
00:01:52: Mark und Katharina arbeiten beide nicht Vollzeit und haben dafür ganz eigene, gute
00:01:58: Gründe.
00:01:59: Mark,
00:01:59: lass uns mal mit den Fakten starten.
00:02:01: Wie sieht denn dein Modell aus?
00:02:03: Ich arbeite in der Arbeiter-Achzig-Prozent.
00:02:06: Ich habe tatsächlich nach der Geburt meiner ersten Tochter, ich habe zwei kleine Töchter, relativ lange Elternzeit gemacht, neun Monate und danach war für mich klar, dass ich in Flex-Time arbeiten möchte, um einfach von mir und BCG zu vereinen.
00:02:21: Bei mir ist das Modell aktuell, dass ich zwei Nachmittage frei habe.
00:02:26: Welche Nachmittage hast
00:02:27: du?
00:02:27: Ich mache das tatsächlich nicht fix, sondern eher immer so von der Projektsituation abhängig.
00:02:31: Ich mache das aber fix am Anfang des Projektes, Einer meiner Grundsätze ist, du kannst nicht während des Projektes irgendwie wechseln.
00:02:39: Genau, da bin ich grundsätzlich flexibel, stimm ich da mit meiner Frau ab, wer welche Nachmittage übernimmt.
00:02:43: Wie ist es bei dir?
00:02:44: Spannend.
00:02:45: Ich bin neugierig, da gleich mehr zu hören.
00:02:46: Ja, mega.
00:02:47: Ich bin... Jetzt gerade noch in älteren Zeiten, mit meinem zweiten Kind, mit meiner kleinen Tochter.
00:02:53: Die ist jetzt elf Monate, hat heute gerade ihren zweiten Tag in der Kita, also gerade in Kita eingeben.
00:02:58: Meine
00:02:58: zweite, sechs Monate.
00:03:00: Ja, wirklich ähnlich.
00:03:01: Als mein Sohn geboren wurde und ich eben nach dem Jahr älteren Zeit wieder eingestiegen bin, wollte ich jedenfalls in Flex-Time, achtzehn Prozent, einsteigen, weil ich wusste, dass das das Modell ist, das für unsere Familie gut passt.
00:03:13: Ich mache mittwochsfrei.
00:03:15: und habt einen fixen Tag, um den sich alles dreht.
00:03:19: Und du hast dann wirklich den kompletten Mittwoch frei, wie vereinbarst du das mit Reisen?
00:03:24: Ich reise montag Dienstag, bin dann oft auch montag wirklich früher aus dem Haus, bevor die Kinder wach sind und komme Dienstag meistens auch erst spät zurück.
00:03:33: Hab dann aber eben den ganzen Mittwoch frei und hol jetzt dann bald beide Kinder Mittwochs auch früher ab, sodass wir den Nachmittag haben.
00:03:41: Und Donnerstag Freitag ist dann eben Münchner Büro oder Homeoffice.
00:03:45: Hattet ihr Sorgen, als ihr euch dazu entschieden habt, in FlexTime zu gehen?
00:03:48: Nein.
00:03:49: Ich hatte keine Sorgen bezüglich meiner Karriere.
00:03:53: Ich vertraue auf die Struktur, die BCG da bietet, was Performance Management und Karriereplanung angeht.
00:03:58: Ich finde, dass das sehr gut funktioniert.
00:04:00: Ich hatte ein bisschen Sorgen, wie ich selbst damit umgehen werde mit dieser, erstens mit der Doppelbelastung, Familie und Arbeit und zweitens auch mit dem Schiff hin zur Teilzeit, wenn eben alte Arbeitsweisen nicht mehr so ... Funktionieren, wie man das vielleicht vor den Kindern gewohnt war.
00:04:14: Das
00:04:15: kann ich total nachvollziehen.
00:04:17: Meine größte Sorge oder Herausforderung war, wo machst du diesen Cut?
00:04:20: Und wie schaffst du es, einfach beiden recht zu werden?
00:04:23: Ich meine, in unserer Position hast du ja ein Team.
00:04:25: Du hast ein Team für das bist du verantwortlich und ein Team für das willst du da sein.
00:04:29: Gleichzeitig haben wir zwei kleine Kids zu Hause, die halt dann sich darauf freuen, dass Papa oder Mama nach Hause kommen.
00:04:36: Und ehrlicherweise bei mir ist es ja auch nicht nur... Zeit mit der Familie verbringen, sondern bei mir ist es ja auch meiner Frau ermöglichen, dann ihrem Job nachzugehen und ein nachhaltiges Modell für alle zu finden.
00:04:48: Das erlebe ich total ähnlich.
00:04:50: Wir haben ja eine Verantwortung, nicht nur unseren Kindern gegenüber, auch den Teams, den Kunden gegenüber und ich glaube, es ist immer wichtig, sich in jede Situation zu überlegen.
00:05:01: Was ist das Richtige in der Situation?
00:05:03: Und manchmal bedeutet das Richtige halt auch, dass man reist, obwohl das zweieinhalbjährige Kind oder in meinem Fall der dreijährige Sohn mich gerne zu Hause hätte.
00:05:12: Oder dass man dem Kunden sagt, ja, ich verstehe, das fühlt sich dringend an, aber wir machen das morgen.
00:05:17: Gefühlt ist der WCG-Alltag in FlexTime eine Aneinanderreinung von Trade-offs?
00:05:22: Das stimmt.
00:05:23: Für mich hat sich, oder die größte Überraschung, die ich hatte, als ich begonnen habe mit FlexTime, war das, dass ich meine ... gefühlte Begleifbalance verbessert hat.
00:05:32: Weil ich das geschafft habe, wirklich Zeit mit der Familie zu verbringen.
00:05:38: Und auch mal an dem Donnerstag Nachmittag um fünfzehn oder dreißig Eisessen auf dem Spielplatz zu stehen.
00:05:43: Das ist einfach zu wissen, das funktioniert und zu wissen, das geht.
00:05:46: Das ist mega schön.
00:05:48: Und ich habe ehrlicherweise früher, bevor ich Familie hatte, immer Angst gehabt, dass ich mich irgendwann zwischen BCC und Familie entscheiden muss.
00:05:56: Und diese Angst ist gar nicht mehr da, weil ich weiß, es gibt Modellen, die funktionieren.
00:06:02: Und das ist das Schöne und das ist, glaube ich, das Coole an dieser Flex-Time.
00:06:06: Katharina, du steigst ja nach deiner zweiten Elternzeit bald wieder mit achtzig Prozent ein.
00:06:11: Was würdest du aus deiner Erfahrung heraus sagen?
00:06:14: Ist Flex-Time wirklich ein Gamechanger?
00:06:16: oder nur eine schöne Idee.
00:06:18: FlexTime ist für mich ein absoluter Game Changer, weil es mir erlaubt, meine Karriereambitionen, die ich vor den Kindern hatte, und die zu... meiner Persönlichkeit auch dazugehören, weiterzuverfolgen.
00:06:30: Und gleichzeitig erlaubt es mir auch die Rolle als Mutter, so wie ich sie leben möchte, nämlich aktiv und präsent und auch eben mein Nachmittag am Spielplatz wahrzunehmen.
00:06:40: Insofern absoluter Game-Changer.
00:06:42: Und was sind aus eurer Sicht Erfolgsfaktoren, damit Teilzeit funktioniert?
00:06:47: Für mich gibt es drei ganz klare Erfolgsfaktoren.
00:06:50: Der erste Erfolgsfaktor für mich ist... Kommunikation, ganz offene Kommunikation gegenüber dem Kunden, der Kundin und gegenüber Team und Leadership.
00:07:00: Ich habe nicht erlebt, wenn du offen sagst, die Arbeiter auf Achtzig Prozent, dass ein Kunde sagt, oh Gott, das geht aber nicht, weil ganz großer Teil unserer Kundinnen, Kunden, Counterparts und selber Eltern haben Familie und bin auf sehr großes Verständnis und auch eher ein Cool, dass ihr so was bei BCG macht, gestoßen.
00:07:17: Zweitens ist du brauchst volles Commitment vom Leadership, dass die es auch möglich machen wollen.
00:07:25: Und das Dritte aus meiner Sicht ist du brauchst ein Team, das das Ganze nicht als Belastung, sondern als Opportunity sieht.
00:07:31: Ich würde es vielleicht noch ein bisschen erweitern oder ein bisschen holistischer sehen und noch die Familie mit reinnehmen und das eigene selbst.
00:07:38: Ich glaube alle brauchen Struktur.
00:07:40: Man braucht Struktur innerhalb der Familie, man muss sich mit seinem Partner abstimmen, man muss auch selber sich klar sein, welche Struktur gibt es?
00:07:48: und das Case Leadership, das Team, die Kunden müssen die Struktur kennen.
00:07:51: Das ist Punkt Nummer eins.
00:07:52: Der zweite Punkt, da bin ich absolut bei dir, ist die Kommunikation.
00:07:55: Ohne Kommunikation funktioniert nichts und ich glaube, man lernt den Flex-Time nochmal ganz anders zu kommunizieren, auch als man das vorher hatte.
00:08:04: Und das dritte und das fällt so ein bisschen auch zusammen mit der Kommunikation ist für mich Priorisierung.
00:08:09: ohne Priorisierung funktioniert nichts.
00:08:11: Es wird immer so sein, dass unser Tisch voller ist als das, was wir in vierundzwanzig Stunden machen können.
00:08:17: Und man muss, glaube ich, Lernen, sehr klug zu überlegen und auszuwählen, zu welchem Zeitpunkt, welches Thema oder vielleicht auch welcher Mensch gerade wichtiger
00:08:25: ist.
00:08:26: Was mir total geholfen hat, als ich in FlexTime gegangen bin, ist mir zu überlegen, was sind klare Grenzen, die ich setzen möchte?
00:08:31: Was ist für dich eine Grenze, wenn du in FlexTime bist, die auf der einen Seite nicht überschritten wird, aber auch auf der anderen Seite nicht?
00:08:38: Das sind für mich halt ganz klare, handyfreie Zonen.
00:08:42: Also die Kita ist für mich eine hundertprozent handyfreie Zone.
00:08:46: oder auch der Spielplatz, wenn ich mit beiden Kindern alleine unterwegs bin, da kann ich keinen Telefonat annehmen, weil ich würde demjenigen, der mich anruft, Kunde, Kollege, auch gar nicht gerecht werden können.
00:08:56: Und genauso kann ich den Kindern nicht gerecht werden.
00:08:58: Das ist, glaube ich, wenn du versuchst, beides gleichzeitig zu machen, wirst du keinem gerecht, deswegen brauchst du klare Grenzen, keine Abgrenzung.
00:09:06: Da ist es spannend, dass du das sagst.
00:09:08: Ich glaube, da unterscheiden wir uns ein bisschen.
00:09:09: Und ich finde es total interessant, das jetzt von dir zu hören.
00:09:12: Kita ist zum Beispiel bei mir auch hier in die freie Zone.
00:09:15: Spielplatz, um jetzt einfach mal in deinem Beispiel zu bleiben, ist etwas... wo ich mir durchaus auch mal fünf Minuten nehme, um mal kurz Slack aufzumachen.
00:09:23: Wenn ich sehe, dass die Kids gerade in Ordnung sind und mich nicht brauchen.
00:09:27: Mir ist es lieber, dass ich an meinem freien Tag mal kurz eine Slacknachricht beantworte oder zehn Minuten telefoniere, um meinen Team auf Spur zu setzen, als dass wir dann am Donnerstag zwei Stunden lang alles wieder aufräumen, was passiert ist, weil mit mir niemand gesprochen hat an meinem freien Tag.
00:09:41: Bin nicht so strikt, dass ich sage, an meinem freien Tag spricht niemand mit mir und ich gucke das Handy nicht an.
00:09:47: Aber ich glaube, das ist ... einfach ein ins objektives Setup.
00:09:50: Apropos individuelles Setup, wie unterstützt euch denn BCG dabei in FlexTime arbeiten zu können?
00:09:56: Und wie gehen eure KollegInnen damit um die Vollzeit arbeiten?
00:10:00: Da würde ich gerne mal anfangen.
00:10:02: Ich denke nämlich, dass BCG wirklich ein ganz tolles System an Unterstützungsmechanismen sich überlegt hat, die aus meiner Sicht wirklich eine Quer durch die Bank durchgehen.
00:10:11: Das fängt ja schon an, bei dem wieder Einstiegscoaching, ich weiß nicht, ob du das gemacht hast.
00:10:15: Okay, das war super, ich habe das gemacht und man kann das mittlerweile sogar zusammen mit den Partnern machen, dass man mit den Partnern zusammen vor einem Coach sitzt und sich über das Familien-Setup austauscht sozusagen, Erwartungen gegenseitig checkt und so weiter.
00:10:30: Dann finde ich eben natürlich die Flex-Time-Anung für sich super und auch, dass wir flexibel wählen können.
00:10:35: Das sieht man jetzt bei uns beiden auch.
00:10:37: Jeder das so machen kann, wie er selbst das möchte.
00:10:40: und natürlich die finanzielle Unterstützung für die Kinderbetreuung.
00:10:43: Das ist auch ein Punkt, den wir sehr in Anspruch nehmen gerade.
00:10:46: Was ich noch hinzufügen würde, ist halt auch das Mindset im Leadership und in den Teams.
00:10:52: Für die Teams ist es total normal, dass es PLS Principles gibt, die in Teilzeit arbeiten.
00:10:57: Ich kenne das von Freunden, die im Corporate arbeiten.
00:11:00: Da ist es schon herausfordernd zu erzählen, dass jetzt irgendwie der Teamleiter oder der Abteilungsleiter in Teilzeit arbeitet.
00:11:05: Und ich glaube, das ist total wichtig.
00:11:07: Wenn das Leadership auf deinem Team das unterstützt, das Modell, dann hast du auch eine gute Flex-Time-Experience.
00:11:12: Und ich glaube, das ist eine unbedingte Erfolgsvoraussetzung, damit es klappt.
00:11:16: Gleichzeitig bedeutet es für uns alle ja auch, dass wir unsere Teams so abschillen müssen, dass sie auch alleine und ohne uns arbeiten können.
00:11:23: Das fördert die Selbstständigkeit aller und ich glaube, ist auch nur zum Besten.
00:11:27: Aber ich
00:11:28: habe tatsächlich auch noch nie negative Erfahrungen mitgemacht, dass ein Team gesagt hat, du lässt uns jetzt irgendwie Namitas alleine oder sonst irgendwas.
00:11:36: Das war vielleicht eine gewisse Furcht, die ich hatte, dass das bei meinem Team schlecht ankommen würde, sondern eher andersrum.
00:11:42: Das Team ist dann eher pushy und sagt, hey, du bist in Flextime heute Namitach.
00:11:48: Das bringt mich zu einem Punkt, den ich noch sehr, sehr wichtig finde und da würde mir auch deine Meinung interessieren.
00:11:54: Als ich eingestiegen bin in Flextime, hatte ich so ein paar Monate, wo ich sehr intensiv an mir selbst arbeiten musste.
00:12:00: Weil meine eigenen Expectations, also Expectation Management, mir selbst gegenüber nicht allein waren, mit dem was möglich ist.
00:12:07: Ich kannte das aus meiner gesamten vorherigen Laufbahn, dass ich immer hundertfünfzehn Prozent gegeben habe und immer zur Not einfach der Abend länger wurde oder man noch in irgendeinem extra Engagement angenommen hat oder so.
00:12:19: Und das sind Sachen, die funktionieren in Flextern nicht mehr oder nur sehr schwierig.
00:12:23: Und damit klarzukommen, sich selbst auch zuzugestehen und dann auch sich selbst zuzugestehen, dass man eben, wenn man auf dem Spielplatz steht, wirklich auf dem Spielplatz steht und nicht gedanklich, selbst wenn das Handy weg ist, noch ganz woanders ist.
00:12:37: Das ist so ein Learning gewesen, das ich wahnsinnig wichtig finde und von dem ich glaube, dass man da auch sehr offen darüber sprechen sollte, dass wir halt nicht einfach nur den Schalter umlegen und jetzt plötzlich in Teilzeit arbeiten, aber alles... andere bleibt eigentlich gleich.
00:12:51: Ja, und ich glaube, das ist ein ganz wichtigen Punkt angesprochen.
00:12:54: Ich habe vorhin gesagt, Trade-offs, also ich musste sehr hart lernen, auch mal rein zu sagen.
00:13:00: Auf verschiedensten Ebenen, habe ich da auch zum Beispiel in einem Coaching sehr stark daran gearbeitet, sind zu kommen, du kannst nicht jedem gerecht werden.
00:13:09: Es geht einfach nicht und du musst dann eine Trade-off-Entscheidung treffen.
00:13:13: Wem will ich gerade und wer muss ich gerade gerecht werden?
00:13:15: Und das ist glaube ich ganz wichtig, dass man sich dessen bewusst ist.
00:13:19: Und das zu akzeptieren, dass man mit sich selber auch mal unzufrieden ist.
00:13:23: Und dass man mit sich selber auch im Kopf.
00:13:25: meine Diskussion führt zum Thema, wo bin ich gerade und was mache ich und worauf konzentriere ich mich gerade.
00:13:31: Das ist, glaube ich, wahnsinnig ein gutes Learning.
00:13:35: Welche Rolle spielt aus eurer Sicht das Thema Gender, wenn es um die Frage FlexTime ja oder nein geht?
00:13:42: Also ich kann das natürlich aus Frauenperspektive beantworten.
00:13:46: Ich glaube, dass es als Frau immer eher die Rechtfertigung ist zu erklären, warum ich denn jetzt achtzig volle Prozent arbeite sozusagen.
00:13:55: Also ich erkläre nicht, warum ich zwanzig Prozent oft bin, sondern warum ich so viel arbeite.
00:14:00: Ich habe den Eindruck, dass ich mich eher dafür rechtfertigen muss oder auch rechtfertigen muss, wenn ich meine Reise und eben zwei Tage meine Kinder nicht sehe.
00:14:08: Gleichzeitig erlebe ich bei meinem Mann, der Teamlead in der Linienfunktion ist, in einem großen Technologiekonzern, dass der eigentlich nicht mehr zwei Monate Elternzeit nehmen kann, ohne komisch angeguckt zu werden.
00:14:18: Also ich glaube, dass BCG uns da auch, wie du es vorher genannt, sehr, sehr viel Flexibilität bietet, schon quasi Projektgeschäft.
00:14:26: Wie ist das für dich denn als Mann?
00:14:28: Als Mann ist natürlich die Brille eine ganz andere, dass ich glaube, das ist auch kein BCG-spezifisches Thema, also eher ein Gesellschaftsthema.
00:14:36: Tatsächlich, dass der Mann auch einen signifikanten Teil der Kehrarbeit übernimmt und auch übernehmen möchte, ist ein Thema, was ganz viele Leute auf dem Schirm haben, aber halt nicht für alle.
00:14:46: Und oftmals musst du als Mann halt auch noch mal erklären, warum du jetzt achtzig Prozent nimmst.
00:14:53: Und dass das halt auch nicht das Ding ist, ich möchte meine Kinder halt einfach ein bisschen mehr sehen, als ich das in einem Vollzeitjob hätte, sondern halt auch ich möchte signifikanten Teil der Kehrarbeit übernehmen.
00:15:05: oder Morgend, dann gehe ich zum Elternamt in der Kita, etc.
00:15:09: Das sind halt Dinge, die für mich selbstverständlich sind.
00:15:12: Und wo ich sein möchte, wo ich da sein möchte, ich gehe mit meinen beiden Kindern jede Woche zum Schwimmen, zum Babyschwimmen, seit die ein halbes Jahr alt sind, das sind so Dinge.
00:15:21: Da möchte ich aber da sein und das funktioniert halt nicht, wenn du sagst.
00:15:25: Ich nehme dann halt vielleicht mal zwei Wochen mehr Urlaub, weil das Urlaub ist immer eine Special Situation.
00:15:29: Und in dieser speziellen Situation ist es halt nicht Alltag und ich möchte halt auch einen Alltag mit den Kindern haben.
00:15:36: Und da, glaube ich, merke ich, als Mann musste ich noch mal tanken, mehr rechtfertigen.
00:15:41: Auch wenn ich finde, dass wir bei BCG da echt sehr gut unterwegs sind, ich glaube fast die Hälfte der Flextimer sind Männer.
00:15:51: Und ich finde, das ist ein ganz starkes Zeichen auch in Richtung unserer Kunden.
00:15:55: Ich finde es immer gut, wir können unsere Kunden nicht zu Themen beraten, die wir selber nicht vorleben.
00:16:03: Wir wollen euch noch ein bisschen besser kennenlernen.
00:16:05: Greif doch bitte einmal in die Seitenfächer der Türen.
00:16:09: Dort findet ihr je einen Umschlag mit Fragen.
00:16:12: Seid ihr bereit für eine runde schnelle Entscheidung?
00:16:18: Ich muss jetzt schon lachen, ich bin gespannt auf deine Antworten.
00:16:20: Sehr schön.
00:16:21: Ready?
00:16:22: Yes.
00:16:22: Early Bird oder Nachtäule?
00:16:24: Nachtäule.
00:16:25: Kinder in die Kita bringen oder Kunden anrufen?
00:16:27: Kinder in die Kita bringen.
00:16:28: Was
00:16:28: für eine Frage.
00:16:29: Projekt fürs Herz oder Projekt für den CV?
00:16:32: Herz.
00:16:33: Geben oder Feedback bekommen?
00:16:35: Beides.
00:16:37: Fokus auf Karriere oder Fokus auf Balance?
00:16:40: Fokus auf Balance.
00:16:42: Abendessen mit Familie oder After-Work-Drink?
00:16:44: Abendessen mit Familie.
00:16:46: Elternzeit oder sabbatical?
00:16:48: Elternzeit.
00:16:50: Aufgabe fertig oder Feierabend?
00:16:52: Aufgabe fertig.
00:16:54: E-Auto oder Born?
00:16:56: E-Auto.
00:16:57: Oder auf dem Dorf?
00:16:58: Ja, dann brauchst du das gut.
00:16:59: Das war's.
00:17:00: Danke dir.
00:17:00: Cool.
00:17:02: Gucken wir jetzt, fahren wir hier direkt an der Kita meiner Kinder vorbei.
00:17:05: Ja, sehr gut.
00:17:09: So, auf geht's.
00:17:10: Montag oder Mittwoch frei?
00:17:12: Mittwoch frei.
00:17:14: Frühsurfen oder spät surfen?
00:17:16: Frühsurfen.
00:17:17: Ist es surfen?
00:17:18: Ich gehe am Eisbach surfen.
00:17:19: Sehr
00:17:19: cool.
00:17:19: Das
00:17:20: ist meine Meet-Time, wenn ich morgens die Kids hier herbringe und danach an Eisbach und dann direkt ins Büro.
00:17:25: Also Eisbach oder Atlantik?
00:17:27: Eisbach.
00:17:30: Planung oder Spontanität?
00:17:31: Spontanität.
00:17:33: Planung in der Arbeit, Spontanität als Person.
00:17:37: Romophist oder Büro?
00:17:39: Büro.
00:17:41: Cool, das unterscheidet uns sehr.
00:17:43: Extra PowerPoint?
00:17:45: Powerpoint.
00:17:48: Kurzfristige Lösung oder langfristige Vision?
00:17:50: Langfristige Vision.
00:17:53: Teamlinne oder Family Time?
00:17:55: Family Time.
00:17:57: Sport oder Schlaf?
00:17:59: Sport.
00:18:00: Aber der war hart.
00:18:04: Das war's.
00:18:05: Danke dir.
00:18:05: Sehr cool.
00:18:11: Katharina, erinnerst du dich an einen Moment, in dem du gedacht hast, wow, Familie und Job unter einen Hut zu bringen.
00:18:18: Das funktioniert mit FlexTime.
00:18:20: Ich hab ... Hat den schönen Moment tatsächlich.
00:18:23: Ich möchte aber dazu sagen, das war ein guter Tag.
00:18:26: Es gibt für alle Eltern, glaube ich, auch schlechte Tage.
00:18:29: Man kennt, dass als Eltern es so ein Auf und Ab.
00:18:31: Aber da war wirklich mal ein guter Tag.
00:18:34: Wir hatten einen sehr schwierigen Morgen.
00:18:35: Mein zweieinhalbjähriger Sohn war mitten in der emotionalen Entwicklung gefangen.
00:18:39: Und wir haben zwei Stunden lang morgens wirklich am emotionalen Wachstum gearbeitet.
00:18:45: Und die war fix, dass wir sie ins Büro kamen.
00:18:48: Und es stand ein wichtiger Kundentermin an, der darüber entschieden hat, ob wir ein großes Transformationsprojekt weiterverkaufen oder nicht.
00:18:55: Mein Team war sozusagen das erste Mal ein Resultat geliefert hat und wir mussten überzeugen.
00:19:01: Und es lief dann so gut, dass am Ende des Meetings nicht nur dieses Transformationsprojekt verkauft war, sondern... die das Kunden-CEO auch namentlich mich genannt hat und mich angefragt hat, da weiterzumachen, explizit auch mit dieser Achtzig-Prozent-Kapazität.
00:19:18: Und das war so ein Tag, wo ich das Gefühl hatte, ja, ich kann alles, ich kann die Wutausbrüche begleiten und dann zwei Stunden später den CEO-Termin wahrnehmen und da Erfolg haben.
00:19:29: Ihr habt euch beide aus familiären Gründen für die Flex-Time entschieden.
00:19:33: Seht ihr auch Vorteile, es aus anderen Gründen zu machen?
00:19:37: Absolut.
00:19:39: Ich habe einen guten Kollegen, der mit mir begonnen hat, der das macht, um einfach Zeit mit seiner jetzt mittlerweile Frau zu verbringen.
00:19:47: Die nehmen sich immer montags dann die Zeit, gehen in die Berge oder machen irgendwas.
00:19:53: Und ja, der genießt das total.
00:19:56: Ich glaube, das ist kein Modell, was auf ich habe Familie fokussiert, sondern jeder hat ein persönliches... Thema, was einem wichtig ist, was einen antreibt.
00:20:05: Und ich finde es total legitim, sich dafür Zeit zu nehmen und da den Fokus darauf zu legen, weil die Momente kommen einfach auch nicht wieder.
00:20:12: Das ist, glaube ich, ein wunderschönes Schlusswort.
00:20:17: Katharina und Marc würden die Entscheidung zur FlexTime wieder treffen.
00:20:21: Die beiden haben es geschafft, mit diesem Modell Familie und Karriere unter einen Hut zu bringen.
00:20:27: Denn was das Gespräch sicherlich gezeigt hat, um sich Zeit für das nehmen zu können, was einem jenseits der Arbeit wichtig ist und gleichzeitig im Job erfolgreich zu sein, dafür braucht es offenbar nicht nur die Bereitschaft des Umfelds, sondern vor allem
00:20:42: auch
00:20:43: die richtigen Strukturen.
00:20:53: auch mit Empowering Leadership zu tun haben, das könnt ihr in der vorangegangenen Folge des Videopodcasts erfahren.
00:21:00: Dort sprechen wir unter anderem über richtige Balance beim Führen von Teams.
00:21:05: Wir bleiben unterwegs.
00:21:07: Ihr auch?
Neuer Kommentar