Zwischen Empathie und Anspruch: Wie geht gute Führung?
Shownotes
Gute Führung bedeutet Wertschätzung, Vertrauen und echtes Empowerment der Teammitglieder. Doch wie gelingt das im Beratungsalltag? In der vierten Folge von „TBH by BCG“ sprechen Natalie und Jakob über Führungskräfte, die sie inspiriert haben, welche Rolle ehrliches Feedback und persönliches Wachstum beim Thema Leadership spielen – und was ihnen selbst in ihren Rollen als Führungspersonen wichtig ist. Mehr Infos zur Karriere bei BCG findet ihr hier.
Transkript anzeigen
00:00:07: Hey Jakob, wie fühlst
00:00:08: du dich heute?
00:00:09: Geht's dir gut?
00:00:10: Ja, ein bisschen aufgerückt,
00:00:11: aber
00:00:12: auch gespannt, wie es wird.
00:00:13: Hast du noch Fragen?
00:00:15: Nee, let's go.
00:00:21: Zwei BeraterInnen, ein Thema, ein Gespräch.
00:00:26: Kein Meetingraum, kein Studio.
00:00:28: Wir treffen uns im Auto.
00:00:31: Denn Consulting bedeutet, in Bewegung zu bleiben.
00:00:35: Auf dem Weg zum nächsten Termin, aber auch im Kopf.
00:00:38: Und mit wem unsere Beraterinnen heute sprechen, das wissen sie noch nicht, sie lernen sich erst auf der Fahrt kennen.
00:00:45: Die Gespräche sind spontan, persönlich und oft überraschend ehrlich.
00:00:50: Zwischen Anschnallen und Ankommen geht es vor allem in eine Richtung, nach
00:00:55: vorne.
00:01:05: Hi.
00:01:06: Wir kennen es noch nicht, oder?
00:01:08: Ja, komm, hallo.
00:01:09: Hi, ich bin Natalie.
00:01:10: Hallo,
00:01:10: Natalie.
00:01:11: Schön,
00:01:11: dich kennenzulernen.
00:01:12: Wir haben mich auch.
00:01:14: Das ist ein aufregender Moment.
00:01:15: Ja, es hat man nicht alle Tage.
00:01:18: Absolut.
00:01:20: Kommst du aus München oder wo bist du angreist?
00:01:22: Ich bin heute Morgen aus Frankfurt gekommen.
00:01:24: Ich bin Frankfurterin und hab jetzt extra eine frühe Anreise gemacht, um pünktlich hier zu sein.
00:01:30: Cool, sehr schön.
00:01:31: Ja, bei mir war es ein bisschen einfacher.
00:01:32: Ich bin hier aus München und daher sehr kurze Anreise gehabt.
00:01:36: Ich bin konzertend und hier Münchner Büro und mache hauptsächlich so Private Equity-Projekte.
00:01:42: Genau.
00:01:43: Private Equity habe ich auch in meiner Vergangenheit gemacht.
00:01:46: Habt dann allerdings schnell die Flucht zurück ergriffen ins Banking.
00:01:50: Also ich bin Bankerin.
00:01:51: Ich bin jetzt seit erstem newly Managing Director und Partner.
00:01:55: Quasi ganz frisch gewählt und ganz neu in der neuen Rolle und ist auch irgendwie eine große Umstellung nochmal.
00:02:03: Aber macht Spaß und macht ganz viel.
00:02:05: Banken in Frankfurt vor allem.
00:02:07: Sehr schön.
00:02:10: Das sind Natalie und Jakob.
00:02:12: Auch wenn beide an unterschiedlichen Punkten ihrer Karriere stehen, Empowering Leadership ist für beide ein Thema.
00:02:19: Warum?
00:02:20: Das erzählen Sie uns jetzt.
00:02:22: Was sie antreibt, was schwierig ist
00:02:24: und,
00:02:25: to be honest, wann Leadership so richtig Spaß macht.
00:02:29: Los
00:02:30: geht's.
00:02:32: Das fühlt sich an wie ein besonders großer Meilenstein in der WCG-Karriere.
00:02:37: Man hat sich da auch noch mal was geändert, also das man jetzt außerhalb.
00:02:40: der Projektleitung und den Teams, die man leitet, irgendwie sich mehr verantwortlich für das große Ganze auch
00:02:46: fühlt?
00:02:47: Ja, also es fühlt sich groß an, wenn du darüber nachdenkst, aber wie das so ist am Tag vor deiner Wahl, ist alles genauso wie am Tag nach deiner Wahl, erstmal.
00:03:00: Und ich glaube, das ist jetzt auch wieder ein sukzessiver Prozess aus manchen Dingen, sage ich mal, rauszuwachsen und in andere Themen reinzuwachsen.
00:03:09: Also das Aufgabenspektrum verändert sich und ich glaube, das ist jetzt meine Learning-Aufgabe, in der Rolle richtig anzukommen und Fuß zu fassen.
00:03:18: Erinnert ihr euch an einen prägendem Moment, in dem ihr gedacht habt, ja, so geht.
00:03:23: gute Führung?
00:03:24: Hast du eine gute Situation?
00:03:27: Ja, ich habe tatsächlich eine Situation, die für mich sehr ... prägend war und gleichzeitig auch gezeigt hat, was es wirklich bedeutet, Führung zu übernehmen.
00:03:37: Und zwar war das in einem großen Workshop mit einem Kunden, es waren fünfzehn bis zwanzig Leute.
00:03:43: Und letzten Endes kam raus, dass eine Berechnung, die wir gemacht haben, nicht ganz korrekt war und das Teammitglied, das diesen Fehler gemacht hat, saß auch im Raum.
00:03:54: Aber der Projektleiter damals hat sich sehr klar positioniert, dass eher das voll auf seine Kappe nimmt und sich sozusagen sehr vor das Team und vor das Teammitglied gestellt.
00:04:04: Da hat man gut gesehen, einerseits ich würde gerne, dass mein Projektleiter genau so reagiert und andererseits aus der Führungsperspektive heißt es, dass man ultimativ für alles, was geliefert wird, verantwortlich ist, unabhängig davon, ob man jetzt auf den Anteil genau Einfluss hatte.
00:04:20: Und für mich hat das irgendwie sehr prägnant zusammengefasst, was Führung bedeutet im Guten, aber auch in dieser Verantwortung, die man einfach übernimmt.
00:04:28: Ja,
00:04:28: absolut.
00:04:29: Und ich denke, das ist ja auch bei BCG ein ganz wichtiger Baustein, dieses Thema psychologische Sicherheit, dass du sicher bist in deinem Team und dazu gehört auch, dass du Fehler machen darfst und dass du für Fehler nicht angeklagt wirst oder an den Pranger gestellt wirst, sondern du darfst daraus lernen und dein Projektleiter hat eine Ausbildung.
00:04:47: Auftrag und kümmert sich darum, dass du wachsen kannst.
00:04:50: Und wenn du einen Fehler machst, spann drüber, und du wächst.
00:04:53: Das ist das, worauf es ankommt.
00:04:56: Hast du auch eine Situation, wo du sagst, das
00:04:58: ist sehr prägend?
00:05:00: Für mich waren die prägendsten Momente, ich würde sagen, die Momente, wo mir jemand etwas zugetraut hat, was ich mir selbst noch nicht zugetraut habe.
00:05:11: Und es gab zum Beispiel eine Situation als Associate.
00:05:14: Da war ich ungefähr zwölf Monate bei BCG dabei.
00:05:18: Und dann gab es einen Tag, wo mich mein damaliger Projektleiter quasi in einen Raum gesteckt hat mit der Kundin und hat gesagt, so, Natalie, du wirst jetzt hier mit dieser Kundin das Excel-Modell aufsetzen, so dass wir danach den Kreditprozess durchsimulieren können für dieses eine Portfolio.
00:05:36: Und ich habe richtig gemerkt, wie ich ... gefühlt Schnappatmung bekommen habe und dachte, wie soll ich das hinbekommen innerhalb von einem Arbeitstag?
00:05:44: Und dann habe ich mit dieser Kundin zusammengesessen und wir haben dieses Modell gebaut, die Annahmen da reingebaut, haben das zusammen verformelt etc.
00:05:51: und am Ende vom Tag stand ein Ergebnis.
00:05:54: Und ich war so stolz und so fast überwältigt, dass ich das hinbekommen habe und mein dameliger Projektleiter, der hat mich einfach nur angeschaut und hat gesagt, ich wusste, dass du das kannst, sonst hätte ich dich niemals in diesen Raum reingeschillt.
00:06:07: Und ich finde, das sind die Momente, die dann so sehr dazu führen, dass du wächst und auch deiner Lernkurve voranschreites.
00:06:15: Und ja, das versuche ich halt heute auch meinen Teammitgliedern zu ermöglichen, dass ich ihnen Aufgaben gebe, die sie extrem fordern, die sie aber bewältigen können.
00:06:24: Ja, ich glaube, was ich mir ... abschauen will und auch selber übernehmen will, ist diese Abgrenzung zwischen was prasselt auf mich als Führungskraft ein, versus was gebe ich ans Team weiter und die Führungskräfte, mit denen ich gearbeitet habe, wo ich sage, so, da schaue ich mir Sachen ab.
00:06:42: Das war eines der Kernsachen.
00:06:44: Das heißt, egal wie viel Druck vom Kunden oder auch intern kam, ans Team war... die Kommunikation, hey, das ist jetzt ein besonderer Moment, aber nicht diese Unruhe weiterzugeben, sondern so ein bisschen wie so ein Bollwerk gegen das, was da außen vorläuft und dann die Strukturierheit reinbringen und wirklich sagen, okay, und jetzt machen wir diese Schritte und lösen das.
00:07:06: Und ich glaube, das ist was, wo man nie perfekt sein wird, aber wo ich auch sage, das will ich, wenn ich Teams führe, so leben.
00:07:13: Ja, das finde ich sehr spannend, weil ich denke wirklich, dass das eine riesige Herausforderung ist, weil es ist schon viel, was bei dir landet als Projektleiter.
00:07:22: Und das kommt ja nicht nur vom Kunden, sondern das kommt ja oft auch von dem BCG-Intern-Leadership auf Partnerseites, entstehen ja Druckpunkte an vielen Stellen.
00:07:31: Und ich bin bei dir, dass das fürs Team unheimlich hilfreich ist, wenn sie ein Stück weit abgeschirmt werden.
00:07:40: Von dem, was da auf den Projektleiter einprasselt und gleichzeitig, glaube ich, manchmal muss man auch freundlich mit sich selbst als Projektleiter sein, dass man es nicht immer schaffen kann, der Rollwerk in der Form zu sein.
00:07:51: Und was ich mittlerweile für mich gespürt habe, ich habe angefangen, meinem Team gegenüber auch Verletzlichkeit zu zeigen.
00:08:00: Also einfach auch zu sagen, wenn ich das Gefühl habe, bei mir ist das gerade alles zu viel und für uns alle ist es gerade zu viel.
00:08:08: Ich glaube, das hilft dem Team sehr, weil sie verstehen, es ist okay, dass man manchmal hadert und manchmal schwere Zeiten hat.
00:08:17: Und ich finde gerade diese Transparenz, also ich kann das nur aus meiner Warte als Teammitglied dann sagen, man spürt ja, ob gerade irgendwie ein Meeting gut läuft oder schlecht läuft oder es irgendwie andere Themen gibt.
00:08:27: Und ich finde diese Transparenz dem Team gegenüber, was auf dem Projekt inhaltlich passiert, dass man da einfach mit offenen Karten spielt.
00:08:36: Man nimmt das wahr und ich glaube, das ist super wichtig, dass da so eine gewisse Authentizität, trotz dessen, dass man diese Unterscheidung zwischen was kriege ich jetzt als Druck und Input versus was gebe ich als Team weiter, dass man trotzdem die Fakten weitergibt und die Situation sehr ehrlich auch kommuniziert.
00:08:53: Die Gesamtkontext ist extrem wichtig für das Team, damit sie auch verstehen, wie sich ihre Arbeit, ihre konkrete Aufwärbe einordnet in das große Garten sind.
00:09:01: Und dann können die Teammitglieder auch einen viel besseren Job machen.
00:09:07: Hottake.
00:09:08: Wir wollen noch mehr über euch erfahren und das gelingt besonders gut, wenn ihr euch klar positioniert.
00:09:14: Also versuchen wir es mal.
00:09:16: Natalie, was ist für dich die größte Wahrheit über Leadership, die nicht in Lehrbüchern
00:09:21: steht?
00:09:24: Also die erste Wahrheit ist, die Leadership Journey, also diese Reise ein guter Leder zu werden, hört niemals auf.
00:09:32: Du bist nie am Ende angekommen.
00:09:34: Egal wie viele Lehrbücher du gelesen hast.
00:09:37: Und das andere ist, ich denke, wenn du Talent hast, kannst du mit ein bisschen Learning oder mit viel Learning über die Jahre ein guter Lieder werden.
00:09:46: Aber wenn du kein Talent hast, ist es auch mit sehr, sehr viel Learning schwierig, ein guter Lieder zu werden.
00:09:52: Jakob, du bist seit zwei Jahren bei BCG und sammelst gerade erste Führungserfahrungen als Acting-Projektleiter.
00:09:59: Also übernimmst in deiner Rolle als konsultant bereits operativ Teamverantwortung.
00:10:04: Dein Hottag.
00:10:05: Wird
00:10:05: man fürs Führen
00:10:06: geboren oder
00:10:08: kann man es lernen?
00:10:12: Ich glaube, es ist eine... Mischung aus beiden.
00:10:14: Ich glaube, es gibt Personen und das ist auch total legitim, die sagen, mein Ziel ist es, sehr spezialisiert Experte zu sein und zu bleiben und mich stresst es oder mir macht es keinen Spaß, in größeren Teams zu arbeiten und auch die Personen sein, die führt.
00:10:31: Ich glaube, das ist so.
00:10:32: das eine und das ist gar nicht besser oder schlechter, sondern das ist einfach so, dass es so.
00:10:36: dieser ist man dafür geboren Aspekt.
00:10:39: Und ich glaube, der andere Aspekt ist, kann man es erlernen.
00:10:42: Ich glaube, selbst wenn man sagt, Ich will das und mir macht es Spaß, wie du eben auch gesagt hast, man braucht Menschen und Teammitglieder, die mit einem arbeiten, aber auch für die man arbeitet, die einem offen und ehrlich sagen, was man verbessern kann.
00:10:55: Weil ich glaube, besonders am Anfang macht man Sachen.
00:10:58: Wenn ich jetzt an mein erstes Mal, wo ich so eine Projektleitung übernommen habe und irgendwie jetzt zweites, drittes Mal, würde ich schon Sachen komplett anders machen.
00:11:07: Und ich kann mir vorstellen, dass bei dir immer noch so ist und dass das auch nie aufhört.
00:11:10: Das heißt, ich glaube, es ist komplett legitim.
00:11:12: zu sagen, ich will das nicht und damit fühle ich mich nicht wohl.
00:11:16: Und selbst wenn man das sagt, ist es, glaube ich, ein kontinuierlicher Lärm.
00:11:19: Würdet ihr sagen, dass es bei BCG einen bestimmten Führungsstil gibt?
00:11:24: Ja, ich glaube schon, oder?
00:11:25: Ich
00:11:25: würde sagen auch.
00:11:28: Also ich glaube erst mal, was bei BCG den Führungsstil unheimlich prägt, ist eins unserer Purpose Principles und das heißt grow by growing others.
00:11:39: Ich liebe dieses Purpose Principle, weil es bedeutet ja im Prinzip, du selber kannst dich dadurch entwickeln, dass du andere entwickelst.
00:11:47: Und auch, je seniorer du wirst, je mehr du quasi andere Leute, deinen Kollegen und Kolleginnen empowers, desto mehr Impact und Einfluss kannst du haben.
00:11:57: Und ich glaube, das ist ein ganz, ganz großer Teil unserer DNA, dass du wirklich ein inhärentes Interesse hast.
00:12:06: Deine Teammitglieder zu entwickeln und groß zu machen.
00:12:09: Ja, total.
00:12:10: Und ich glaube, es gibt so ein gewisses Grundlage, die sehr ähnlich ist.
00:12:15: Einfach auch von den, ich nenn's mal, Hard Skills, die man lernt über die Karriere, also eine gewisse Strukturiertheit.
00:12:22: Und dadurch, dass wir in einem kundenorientierten Umfeld sind, ist es auch diese Serviceorientierung.
00:12:28: Das ist, glaube ich, ziemlich homogen überall hinweg.
00:12:31: Aber ich glaube, dann, wenn man wirklich mit verschiedenen Führungskräften zusammenarbeitet, ist trotzdem viel unterschiedliche Ausprägung.
00:12:38: Da ist jemand eher jemand, der loslässt und sagt, ich vertraue euch vollkommen und ich kümmere mich hauptsächlich um die Kundenbeziehung.
00:12:45: Andere sagen, ich liebe es mit euch inhaltlich zu Brainstorm.
00:12:48: Ich glaube, so der Grundstock von den Werten und von diesem, wie du sagst, der Fokus auf Leute zu entwickeln.
00:12:54: Ich glaube, das ist schon sehr, sehr ähnlich.
00:12:56: Ja, das würde ich voll unterschreiben.
00:12:57: Das stimmt.
00:12:58: Es gibt in der individuellen Ausführung sehr unterschiedliche Stile, aber die DNA ist die gleiche.
00:13:03: Ja, genau.
00:13:07: Ich würde gern was berichten aus meiner ersten Zeit als Projektleiterin.
00:13:11: Ich war ähnlich wie du am Anfang auch ein Acting-PL und auch in einem ganz vertrauten Umfeld.
00:13:18: Ich war auf einem Langläufer, im Banking, mit einem Führungsteam, was ich schon jahrelang kannte, bekanntes Thema
00:13:24: etc.,
00:13:25: also eigentlich ein rechtssicheres Umfeld.
00:13:27: Und ich war seit ungefähr sechs Monaten Acting-Projektleiterin und ich habe jetzt zurückblickend das Gefühl, ich war fast so ein kleines bisschen auf so einem hohen Ross, weil ich dachte, ah, ich kann das ja hier schon alles ganz gut.
00:13:41: hast du, kurz nachdem du Projektleiter wirst, ein Training, wo du schriftlich ein Feedback bekommst von deinen Teammitgliedern.
00:13:49: Das ist nicht performancerelevant, sondern das ist ausschließlich zu Entwicklungszwecken.
00:13:53: Aber du bekommst dann quasi so ein Briefchen überreicht und in diesem Briefchen haben deine Teammitglieder, die du vorher nominiert hast, kommentiert, wie sie die Zusammenarbeit mit dir schätzen, was sie an deinem Führungstil mögen, was sie nicht mögen, so sie Wachstumspotenzial sehen.
00:14:07: Und ich habe da eine Liste an Themen bekommen, dass ich fast vom Stuhl gefallen bin, als ich diesen Briefumschlag aufgemacht habe.
00:14:14: Das war für mich so ein richtiger Wegruf, weil ich gemerkt habe, okay, du bist nirgendwo auf deiner Leadershipreise.
00:14:21: Du musst noch so viel lernen.
00:14:22: Und mir hat das unheimlich gut getan, das so auf schwarz-weiß.
00:14:28: Und seitdem habe ich angefangen, meine Teammitglieder in jedem one-on-one, was ich mit denen habe, immer auch nach Feedback für mich zu fragen.
00:14:36: Und das ist so hilfreich.
00:14:37: Und ich glaube, ohne dieses Feedback damals, was sich damals katastrophal angefühlt hat, hätte ich den Schritt nicht gemacht.
00:14:44: Ja,
00:14:45: ja, spannend.
00:14:46: Was findet ihr beim Übergang von geführt werden zu selber führen, besonders herausfordernd?
00:14:53: Also, ich glaube, eine der Sachen, die sehr schwer ist, ist, dass du auf einmal nicht mehr Teil des Teams bist, auf die gleiche Art und Weise.
00:15:02: Und das ist schon ein Unterschied.
00:15:03: Sitzt du als Konsultant im Teamraum oder sitzt du auf einmal als Projektleiter im Teamraum?
00:15:09: Und du musst dich dann ein Stück weit neu kalibrieren.
00:15:11: Du wirst auch merken, sie erzählen dir auf einmal nicht mehr alles.
00:15:15: Du bist jetzt Teil des Führungsteams.
00:15:17: Das ist schon ein großer Unterschied.
00:15:19: Um es ganz konkret zu machen, wir nutzen ja Slack intern zur Kommunikation.
00:15:23: Und es gibt dann halt einen Kanal, wo man nicht mehr drauf ist.
00:15:25: Und ich finde, das ist das sichtbarste Beispiel.
00:15:28: Das heißt, es gibt Kommunikation offensichtlich.
00:15:31: Ist ja auch total natürlich, wenn man dann die Bewertungen schreibt und so weiter.
00:15:36: Aber ja, das ist so ein sehr... Offensichtlicher Wechsel einfach, das wird es noch mal so vormachen.
00:15:41: Absolut.
00:15:42: Und ich finde, der andere Punkt ist, dass du auch wirklich so dein Mindset komplett verändern musst.
00:15:47: Wir befinden uns manchmal als Associates Consultants in der Situation, wo wir über Dinge urteilen oder manche Dinge nicht so toll finden.
00:15:55: Als Projektleiter bist du derjenige, der Dinge auch verändern und verbessern kann.
00:16:00: Ja, konkret, wenn es um Arbeitszeiten geht oder um Priorisierung mit dem Kunden.
00:16:04: Das ist dann dein Job.
00:16:06: Es reicht dann quasi nicht mehr zu sagen, oh ja, der Kunde kippt ja die ganze Zeit To-Do's rüber.
00:16:11: Du musst das managen als Projektleiter.
00:16:14: Ja, ich glaube, man tendiert dazu zu sagen, ich will die beste Führungskraft sein, die ich mir hätte vorstellen können.
00:16:21: Aber es heißt ja für jeden was anderes.
00:16:23: Und ich glaube, deswegen ist es so wichtig, ganz am Anfang das Projekt zu sagen, was brauchst du individuell, um erfolgreich zu sein?
00:16:30: Willst du direkt im Moment Feedback oder soll das strukturiert sein?
00:16:36: und so weiter, also, dass man nicht nur sagt, was wäre meine perfekte Führungskraft gewesen, sondern wirklich immer wieder das Kalibriert auf wen man vorsichtssetzen hat.
00:16:43: Machst du strukturiert diese one-on-one-Meetings zu Beginn eines Projekts mit all deinen Teammitgliedern?
00:16:48: Ja,
00:16:48: ich finde das auch super wichtig, weil es gibt Sachen, die auch die andere Personen über mich wissen muss, dass man sagt, hey, Ich habe in der Vergangenheit gehört, dass ich manchmal zu viel Wissen voraussetze und ein bisschen mehr Kontext geben soll und dann einfach zu sagen, wenn das passiert, das ist nicht, weil ich es dir vorenthalten will, sondern bitte sagt es mir, weil ich habe das in der Vergangenheit gehört und einfach ein bisschen auch das Team zu ermutigen, in diesen Momenten zu sagen, hey, das ist jetzt einer dieser Momente, die du an Tag eins gesagt hast.
00:17:21: Aber genauso das Teammitglied zu fragen, auf was soll ich bei dir achten?
00:17:25: Was sind so Sachen, die irgendwie in der Vergangenheit, wo du die gerne anders gelöst hättest und so weiter, einfach ein bisschen Kontext zu haben?
00:17:32: Es gibt ein paar Formate im Team, die unfassbar wichtig sind.
00:17:36: Und das eine ist genau das, was du gerade beschrieben hast, diese one-on-one-Meetings am Anfang zum Projekt, weil die schaffen die Basis für gegenseitiges Verständnis.
00:17:45: womit ich auch total gute Erfahrungen gemacht habe.
00:17:47: Ich weiß nicht, ob du sowas in der Art schon machst in deinen Teams, aber kann ich sonst total empfehlen.
00:17:52: Das ist unser sogenanntes TGIF-Format, also Thank God it's Friday.
00:17:55: Wir machen jeden Freitag eine halbe Stunde mit dem Gesamteam und wir machen so eine kleine Reflektion der Woche.
00:18:02: Wir gehen einmal durch das Team.
00:18:04: Es gibt drei Fragen.
00:18:05: Die erste Frage ist, wie war die Woche auf einer Skala von eins bis zehn?
00:18:10: Was hast du diese Woche gelernt?
00:18:13: Und an wen würdest du gerne das Danke der Woche vergeben?
00:18:16: Und das ist irgendwie so ein schöner Abschluss von der Woche.
00:18:19: Also ich selber spür für mich, dass ich dann richtig beschwingt in das Wochenende starte.
00:18:23: Und ich glaub, den Teammitgliedern geht's dann oft auch so.
00:18:26: Muss ich mal ausprobieren.
00:18:27: Kann ich heute direkt mal...
00:18:29: Kannst du direkt heute Nachmittag implementieren.
00:18:32: Ist wirklich cool, macht richtig Spaß.
00:18:37: Ab pro Po Spaß.
00:18:38: Greif doch mal in die Seitentüren, denn darin findet ihr beide je einen Umschlag mit
00:18:43: Fragen.
00:18:44: Seid ihr bereit für eine runde schnelle Entscheidung?
00:18:47: Okay, ich fange an, dir die Fragen zu stellen.
00:18:55: Empowerment oder Kontrolle?
00:18:57: Empowerment.
00:18:58: München oder Berlin?
00:18:59: München.
00:19:00: Bauchgefühl oder Masterplan?
00:19:03: Masterplan und dann aber Abweichungen auf Basis von Bauchgefühlen.
00:19:08: Homeoffice oder Büro?
00:19:09: Büro.
00:19:13: Projekt fürs Herz oder Projekt für den CV?
00:19:17: Fürs Herz.
00:19:19: Feedback geben oder Feedback bekommen?
00:19:23: Bekommen.
00:19:25: Frühstrategisch starten oder spätkreativ sein?
00:19:28: Spätkreativ sein.
00:19:31: Das mal nicht fragen.
00:19:32: Super.
00:19:33: Early Bird oder nach Öle?
00:19:35: Early Bird.
00:19:37: E-Auto oder Bahn?
00:19:38: Bahn.
00:19:40: Zwei Tage im Vorausplan oder spontan reagieren?
00:19:43: Zwei Tage im Vorausplan.
00:19:46: Viel reden oder zuhören?
00:19:52: Zuhören.
00:19:54: Neue Erfahrungen oder Altbewertes?
00:19:57: Neue Erfahrungen.
00:19:59: Eskalation oder Deeskalation?
00:20:03: Deeskalation.
00:20:05: Feedback one-on-one oder im Team?
00:20:07: Im Team.
00:20:13: Ihr habt schon einiges zum Empower angesagt.
00:20:16: Was hilft aus eurer Sicht, um gerade jüngere Kolleginnen zu stärken, die vielleicht noch etwas unsicher sind?
00:20:23: Ich glaube, es ist wichtig, am Anfang, besonders jüngeren Kollegen und Kolleginnen, relativ nah ... Guidance zu geben.
00:20:31: Was ich damit meine ist, dass man super klar formuliert, warum man jetzt diese Aufgabe macht, aber auch genau was für ein Ergebnis man sich vorstellt und wie man zum Beispiel daran gehen könnte.
00:20:45: Ich glaube über die Zeit und relativ schnell kann man dann so ein bisschen die Distanz erhöhen.
00:20:51: Aber ich glaube, es hilft einfach auch für die Sicherheit und für das Sicherheitsgefühl von den jungen Kollegen und Kolleginnen.
00:20:57: Und ich weiß noch, das war bei mir genauso damals, wenn man weiß, okay, das ist jetzt genau die Erwartung.
00:21:02: Und ich glaube, dann merkt man relativ schnell, dass die Leute immer mehr proaktiv werden und sich mehr trauen.
00:21:07: Aber ich glaube, am Anfang so ein bisschen enger zu sein, als man es vielleicht sonst sein würde, ist super wichtig, um die Person sicher fühlen zu lassen.
00:21:15: Was ich noch hinzufügen würde, ist, dass ich sehr gerne teile, wie ich mich damals gefühlt habe.
00:21:22: Als ich angefangen habe, als es so aussiert.
00:21:24: Und ich kann mich erinnern, die ersten drei Monate war ich mir ganz sicher, dass BCG ein Fehler gemacht hat.
00:21:30: Die haben irgendwie geschlafen im Recruiting und haben nicht aufgepasst.
00:21:33: Ich bin da so durchgerutscht.
00:21:35: Und dann kommt irgendwann so der Moment, wo du auf einmal merkst, okay, Gott sei Dank, das war doch kein Fehler.
00:21:40: Ich habe hier meinen Platz.
00:21:42: Und ich glaube, viele Kollegen und Kolleginnen fühlen sich am Anfang so.
00:21:46: Und das einmal Transparenz zu machen, dass das ein ganz normales Gefühl ist.
00:21:51: Das hilft, glaube ich, weil es dir hilft, mit der Unsicherheit umzugehen.
00:21:54: Es ist nichts Ungewöhnliches.
00:21:56: Es gehört einfach ein Stück weit dazu.
00:21:58: Hattet ihr mit Blick auf eure eigene Führungsrolle einen Aha-Moment, also einen Moment, in dem ihr gemerkt habt, jetzt seid ihr in dieser Rolle angekommen?
00:22:08: Ich habe eine Zeit lang sehr regelmäßig über mehrere Monate hinweg Dankbarkeits-Tagebuch geschrieben abends.
00:22:16: Und ich erinnere mich, das war in der Zeit, als ich Principle war.
00:22:20: Und ich hab da manchmal reingeschrieben, ich hab das Gefühl, ich hab's wirklich richtig gut im Griff.
00:22:26: Ich hab ein Superteam, was hier die Sachen wegbubbt in einer Geschwindigkeit, dass es beeindruckend ist.
00:22:32: Und da dachte ich so, poh, jetzt hab ich's endlich.
00:22:37: Ja, ich glaube für mich war es so, ich hatte ein drei Wochenprojekt das relativ kurz und das war das zweite, wo ich Projektleitung gemacht habe.
00:22:45: Also erst mal vorweggestellt, ich glaube ich bin sehr weit davon entfernt, da routinierte Führungskraft zu werden, sondern gerade an der Schwelle dazu überhaupt Führungserfahrungen zu haben.
00:22:56: Aber ich glaube dieses zweite Projekt, was ich hatte, ich weiß noch am Tag eins, ich hatte ein Team von sechs Leuten, was super viel ist und ich mich erstmal selber sortieren musste.
00:23:06: von diesem, wo fangen wir überhaupt an?
00:23:09: und da warten sechs Leute Montagmorgen eigentlich auf mich und wollen jetzt einen perfekten Fahrplan.
00:23:15: Zu drei Wochen später, nach dem finalen Meeting mit dem gesamten Kundenvorstand und dem Investor, wo die am Aufsicht dann gesagt haben, das war irgendwie richtig cool, die haben nicht gedacht, dass man in drei Wochen so weit kommt und ich glaube dieser Kontrast war so, ich bin auch sehr weit davon entfernt irgendwie da super und perfekt zu sein, aber dass ich mich angekommen fühle, dafür hat das schon sehr viel gebracht.
00:23:41: Das finde ich ist auch eine ganz wichtige Erkenntnis.
00:23:44: In BCG sind wir ja sehr oft in Situationen, wo wir denken, oh Gott, und dann schockst du das aber gemeinsam als Team, es doch hinzubekommen und du als Führungskraft bist der Katalysator, der Enabler, damit das funktioniert am Ende.
00:23:59: Wie würdet ihr kurz und knapp gute Führung beschreiben?
00:24:02: Also auf Basis unseres Gesprächs, würde ich sagen, gute Führung ist Wertschätzung, Transparenz, Wachstum.
00:24:13: Diese Wertschätzung für das Individuum zu behalten, das finde ich das Wichtigste.
00:24:17: Und ich finde aber auch diesen Anspruch zu haben und ganz klar die Ambition vorzulegen, dass wir leben, dass wir hier sehr gute Arbeit leisten wollen.
00:24:25: Ich finde, das gehört genauso neben den softeren Faktoren auch diese Verkörperung von... Hey, lass uns hier was richtig Gutes leisten.
00:24:32: Das finde ich gehört für mich auch dazu.
00:24:34: Ich würde sagen, trau dich und versuch es.
00:24:37: Und es macht viel mehr Spaß, als du dir heute vorstellen kannst.
00:24:45: Leadership begleitet alle in der Beratung, ob wir selbst Verantwortung übernehmen oder
00:24:51: Teil
00:24:51: eines Teams sind.
00:24:53: Aus dem Gespräch mit Natalie und Jakob wird deutlich, wirklich wachsen wir dann, wenn wir andere beim Wachsen
00:24:59: unterstützen.
00:25:00: Ein Ansatz, der alle stärkt.
00:25:02: und jede Seite weiterbringt.
00:25:04: Dass es dabei, to be honest, auch Herausforderungen gibt, ist klar.
00:25:08: Wohlwollend
00:25:09: nicht nur mit anderen zu sein, sondern eben auch mit sich selbst.
00:25:16: Das war die vierte Folge von to be honest bei BCG.
00:25:19: Wenn ihr noch mehr zum Imposter-Syndrom
00:25:22: oder
00:25:22: zu unterschiedlichen beruflichen Hintergründen als Berater in erfahren wollt, hört euch gern die ersten Folgen an.
00:25:29: Wir bleiben unterwegs und freuen uns, wenn ihr auch das nächste Mal wieder mit dabei seid.
Neuer Kommentar